Auswirkungen der Erwärmung auf die Ozeane
Forscher warnen, dass der durch den Klimawandel verursachte Anstieg des Meeresspiegels bis zur Mitte des Jahrhunderts Lebensräume für mehr als hundert invasive Meeresarten schaffen wird. Die in der Zeitschrift Nature Ecology & Evolution veröffentlichte Studie prognostiziert, dass derzeit trockene Küstenregionen überflutet werden und als Brücke für exotische Organismen dienen.
Im Fokus stehende Arten
Zu den größten Risiken zählen der chinesische Wollhandkrabbe, die Pazifikauster und die asiatische Tigergarnele. Diese Tiere konkurrieren mit einheimischen Arten, verändern Nahrungsketten und verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden. Ästuare, wo Süß- und Salzwasser aufeinandertreffen, sind am stärksten gefährdet, da sie menschliche Aktivitäten konzentrieren und ideale Bedingungen für die Besiedlung bieten.
Numerische Prognosen
- Szenario moderater Emissionen: durchschnittlicher Anstieg von 20 cm bis 2050
- Neue bewohnbare Gebiete: zwischen 290.000 und 470.000 km² (entspricht der Fläche Italiens)
- Arten, die bis zu zwei Drittel dieser Zonen besetzen können: Pazifikauster, Blaukrabbe und Rapana-Schnecke
Einige Organismen wie der gestreifte Seestern und die indo-pazifische Schwimmkrabbe dürften die größten Zuwächse an Territorium verzeichnen.
Notwendigkeit vorausschauenden Handelns
Die Autoren betonen, dass das derzeitige Monitoring unzureichend ist, und empfehlen gezielte Überwachungsstrategien für Küsten- und Ästuarengebiete. Ohne Präventivmaßnahmen könnten der Verlust der Biodiversität und die Auswirkungen auf Fischerei und Ökosystemdienstleistungen schwerwiegend sein. Die Studie unterstreicht, dass rechtzeitige Planung essenziell ist, um künftige Schäden zu begrenzen.