Tarif steigt und Exporte verlieren Schwung
Ab 1. Oktober muss brasilianisches Fleisch in China mit einem Gesamtzoll von 67 % rechnen – zusätzliche 55 % plus die bereits bestehenden 12 %. Grund ist das Erreichen der zollfreien Jahresquote.
Das Limit von 1,106 Millionen Tonnen wurde am 30. September ausgeschöpft. Für 2027 steigt die Obergrenze auf 1,128 Millionen Tonnen, wird aber voraussichtlich schon bis April verbraucht sein.
Frühe Planung in der Branche
Anders als 2026, als die Quote spät bekannt gegeben wurde, kennen die Schlachthöfe die Zahlen jetzt frühzeitig. Die Strategie lautet: Ab Mitte Oktober schlachten und ab November versenden, damit das Fleisch Anfang 2027 ankommt.
Die Seereise dauert 40 bis 45 Tage. Durch die Konzentration der Verkäufe zu Jahresbeginn dürfte das Exporttempo in den Folgemonaten sinken.
Chinesische Lagerbestände und Unsicherheit
Abiec-Präsident Roberto Perosa warnt: Die Rindfleischbestände in China sind hoch, die Schweineproduktion ebenfalls. Trotz vorgezogener Lieferungen hängt das tatsächliche Abnahmevolumen von der lokalen Nachfrage ab.
Diskussion über Quotenaufteilung
Um ein schnelles Erschöpfen der Quote zu verhindern, führt Abiec Gespräche mit der Regierung über eine Aufteilung des Volumens auf die exportierenden Unternehmen. Kriterien sollen historische Beteiligung und aktuelle Leistung sein.
Parallel hat China zwei neue brasilianische Rindfleischbetriebe – Supremo Carnes (MG) und Masterboi (PE) – sowie zwei Hühnerbetriebe freigegeben: Avivar Alimentos (MG) und Cooperativa Dália (RS).