Marktchance in Frage gestellt
Indien ist eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt, mit einem noch weitgehend unerschlossenen Versicherungssektor. Nur 3,7 % der Bevölkerung besitzt Policen, unter dem globalen Durchschnitt von 7,3 %. Nach der Zulassung von 100 % ausländischer Beteiligung im Dezember schlägt der Regulierer nun vor, Teile der Lockerungen von 2023 rückgängig zu machen.
Neue Regeln in der Diskussion
Die Aufsichtsbehörde schlägt vor, Provisionsobergrenzen pro Produkt wieder einzuführen und betriebliche Ausgabengrenzen zu senken. Lebensversicherer müssten ihre Ausgaben von 20 % auf 15 % des Umsatzes innerhalb von zwei Jahren und auf 12,5 % innerhalb von fünf Jahren senken. Bei Schadenversicherern würde der Schnitt von 30 % auf 20 % innerhalb von fünf Jahren erfolgen. Die Übergangsfrist läuft bis März 2029.
- Zwanzig der 22 Lebensversicherer und 28 der 31 Schadenversicherer liegen über den vorgeschlagenen Obergrenzen.
- Vergütungsstrukturen sollen künftig Erneuerungen statt Ersterwerb priorisieren.
Reaktion der Investoren
Aktien von Unternehmen wie PB Fintech fielen am Tag nach der Ankündigung um 36 %. Andere wie HDFC Life und ICICI Life gaben mehr als 6 % bzw. 4 % nach. Analysten warnen, dass regulatorische Instabilität Verhandlungen lahmlegen könnte, da Aufsichtsräte ausländischer Unternehmen mögliche weitere Änderungen in sechs Monaten befürchten.
Aktuelle Beispiele für Markteintritte
Prudential aus dem Vereinigten Königreich erwarb im Mai 75 % von Bharti Life Insurance, während Aviva im Juni die verbleibenden 25 % übernahm. Konzerne wie AXA, Chubb, Allianz und Old Mutual prüften ebenfalls Investitionen.
Herausforderungen für die Expansion
Fachleute betonen, dass starre Provisionsobergrenzen den Zugang in kleineren Städten erschweren könnten, wo Vertriebskanäle essenziell sind. Der Regulierer erklärt, die Änderungen zielten auf die Reduzierung ungeeigneter Verkäufe ab, doch der Privatsektor fürchtet Margenrückgänge von 70 % bis 90 % bei hochprofitablen Kategorien.